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3. Preis bei bundesweitem Schülerwettbewerb gewonnen



Am 27.1.2011 fuhren die SchülerInnen des WPK Deutsch Klasse 10 nach Berlin zur Preisverleihung der Konrad-Adenauer-Stiftung. Ausgezeichnet wurden wir für die Gestaltung unserer Website über die "Arisierung der Firma Hamburger & Littauer", ein Modewarengeschäft aus Braunschweig. Die Recherchen der Familiengeschichten nahmen ebenfalls breiten Raum ein.
Wir wurden in einem Jugendgästehaus in Berlin zusammen mit den anderen Teilnehmern des Wettbewerbs untergebracht. Es waren viele Schulen aus ganz Deutschland dort und die Konkurrenz war groß.

Am Ankunftstag erkundeten wir Berlin. Nach einem selbstständigen Stadtbummel wurden wir am Nachmittag zusammen mit allen anderen Teilnehmern zur Konrad-Adenauer-Stiftung gebracht. Von dort aus machten wir eine Stadtrundfahrt zum Thema "jüdisches Leben in Berlin". Diese war zwar interessant, wir besuchten eine Menge Denkmäler und Mahnmale, darunter auch eine riesige Wandmalerei und eine Spiegelwand. Es war aber sehr kalt und wir befanden uns die meiste Zeit draußen, daher war es manchmal schwer, sich auf die Erklärungen des Reiseführers zu konzentrieren und nicht auf die kalten Füße.

Als wir am Abend in das Haus der Stiftung zurückkehrten, schauten wir uns die Ausstellung "Die Mädchen von Zimmer 28" an, die anhand eines Buches entstand, das von Frauen geschrieben wurde, die als Mädchen im Ghetto Theresienstadt lebten. Danach gab es ein Abendessen.

Am Schluss schauten wir uns noch den Dokumentarfilm Die Odyssee der Anja Lundholm (1998) von Freya Klier über das Leben einer jüdischen Frau an. Dieser war sehr berührend, da ihre Biographie von vielen Schicksalsschlägen gezeichnet war. So hatte sie unter ihrem sehr strengen Vater zu leiden, der am Ende sogar ihre Mutter umbrachte. Zudem verlor sie ihr Kind, das sie erst nach Jahren wiedersah.
Nach unserer Rückfahrt ins Jugendgästehaus machten sich die meisten nochmals auf den Weg in die Stadt. Einige blieben wegen Unwohlseins und Erschöpfung jedoch im Gästehaus, um sich auszuruhen.

Am nächsten Tag folgte endlich die Preisverleihung. Nach dem Frühstück wurden wir in die Stiftung gefahren. Eine Gruppe kam sogar in Anzügen und mit Schlips, während andere im normalen Streetlook erschienen. Einer war sogar ganz allein dort, da seine Gruppe ihn im Stich gelassen hatte. Das fanden wir sehr mutig. Die verschiedenen Platzierungen wurden verlesen und kurz vorgestellt. Jeder Vortrag war interessant und gut gestaltet und die Spannung stieg mit jedem Platz, den es aufwärts ging. Auch ein Sonderpreis wurde vergeben an eine Gruppe einer Sonderschule. Diese waren den ganzen Fluchtweg von Juden aus einem KZ nachgewandert und haben diesen originalgetreu nachgestellt. Das jüngste Mitglied dieser Gruppe feierte an diesem Tag seinen 12. Geburtstag, deswegen sangen wir am Ende auch noch ein "Happy Birthday".

Mit dem dritten Platz wurden schließlich wir aufgerufen. Wir waren sehr stolz, dass unsere Platzierung so hoch ausfiel. Außerdem konnten wir den anderen so zeigen, dass wir zwar die einzige Realschule waren und mit zu den Jüngsten gehörten, wir aber trotzdem einer sehr gute Arbeit geleistet hatten.

Den begehrten ersten Platz machten zwei Brüder, die über die "grauen Busse" recherchiert hatten, die zur Nazizeit die Behinderten in Vernichtungslager verschleppt hatten. Im Anschluss an die Preisverleihung gab es noch ein Mittagessen und dann fuhren wir Richtung Bahnhof, von wo es mit dem Zug wieder nach Braunschweig ging.

Ich fand die Preisverleihung und die zwei Tage in Berlin sehr interessant, aber auch sehr anstrengend. Ich habe sehr viel über das jüdische Leben zur Zeit des Nationalsozialismus erfahren und ich muss sagen, da wir im Laufe der Tage so viel darüber gezeigt bekommen haben, ging es mir irgendwann sehr nah und ich war von den ganzen Leidensgeschichten nach einiger Zeit sehr erschöpft.

Ich bin aber trotzdem sehr glücklich darüber, dass sich unsere Arbeit so gelohnt hat und wir den dritten Platz belegt haben. Auch die Vorträge der anderen Teilnehmer fand ich teilweise sehr interessant und gut gestaltet.

Text: Nora Kammer, Kl.10b, Schulj. 2010/11



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