« eine Seite zurück



Kultusministerin Heister-Neumann jätet in ihrer Freizeit gern Unkraut

Diskussion mit der niedersächsischen Kultusministerin

Auf den Stufen des Niedersächsischen Landtags:
Die Kultusministerin und die SchülerInnen des WPK Deutsch Kl. 10

"Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen", "Haupt- und Realschüler lernen bald gemeinsam" - Artikel mit solchen oder ähnlichen Überschriften gingen vor einiger Zeit durch die niedersächsische Presse. Genau so solle es aber nicht sein, erklärte Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann jetzt in einer Diskussionsrunde mit Preisträgern des Denkt@g-Wettbewerbs der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Schülerinnen des WPK Deutsch Klasse 10 der Realschule Maschstraße waren am 4.5.2009 in den Landtag von Niedersachen eingeladen worden wegen ihrer positiven Platzierung anlässlich des Denktag-Wettbewerbs. Die Ministerin sprach Ihnen zu ihrem 2. Platz ihre Glückwünsche aus. Auch der Ministerpräsident Christian Wulff sei stolz auf das Engagement und den Einsatz, den die SchülerInnen in dem Wettbewerbsbeitrag gezeigt hätten, sagte Frau Heister-Neumann.

Sie selber verfolgte als Schülerin das Thema Nationalsozialismus im Unterricht mit Interesse. Nach einer gewissen Zeit konnte sie diese Thematik allerdings nicht mehr hören. Sie fand schrecklich, was sie über den Holocaust erfuhr. Doch hätte sie es besser gefunden, wenn man sich mit Einzelschicksalen auseinandergesetzt hätte. Und dies hat sie zum Teil mit der Arbeit der RealschülerInnen erfahren dürfen.

Um 11:10 Uhr startete die Diskussion, zu welcher die Zehntklässler im Unterricht schon Fragen erarbeitet hatten. Die Kultusministerin war sehr freundlich und beantwortete jede Frage mit Geduld und sehr ausführlich.

Das Hauptthema in der Diskussion war der geplante Zusammenschluss von Haupt- und Realschulen. Ein Grund für die mögliche Zusammenlegung der beiden Schulformen ist, dass bis zum Jahr 2020 eine Abnahme der Schülerzahlen in Niedersachsen um 240.000 zu erwarten ist. Der drastische Rückgang liegt in einigen Regionen bei 25%, in anderen sogar bei 40%.

Zum anderen würden sich viele Eltern ihre Kinder im Gymnasium anmelden, das sind über 40% eines Jahrgangs, trotz zum Teil anderer Empfehlung. Dies sei schlecht für die Realschulen, und vor allem für die Hauptschulen, denn dort werden immer weniger Schüler angemeldet.

Die Schulen sollen selbständig bleiben, wenn sie genügend SchülerInnen haben. Jedoch die Schulen, in denen man die Anzahl der Bewerber an einer Hand abzählen kann, werden zusammengeschlossen, weil die Finanzierung der Schulen Probleme mit sich bringen würde. Solche Schulen sollen z.B. zusammen eine Sporthalle und ein Schulgebäude nutzen. Sie werden zusammen in den Nebenfächern wie Erdkunde oder Physik unterrichtet. In den Kernfächern Mathe, Deutsch und Englisch findet aber getrennter Unterricht statt, da ein Absinken des Anspruchsniveaus der Realschulen verhindert werden soll, sagte die Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann.

Auf die Frage, ob man Haupt- und Realschulen nicht zu Ganztagsschulen machen könnte, antwortete Frau Heister-Neumann: "Ganztagsschulen sollen allgemein angestrebt werden, es wird wohl bald so sein, dass diese Schulform flächendeckend eingeführt werden wird." Ausschließlich Gesamtschulen sollen allerdings nicht eingeführt werden, da es keine Einheitsschulen geben soll, denn jeder soll sich selber für seinen Schultyp entscheiden können.

Es wurden natürlich auch Fragen zum Schulstreik am 17.6.2009 gestellt. So wollte man wissen, wie sich Frau Heister-Neumann diesmal verhalten wird. Sie verdeutlichte erst einmal, dass, wenn die Schüler gegen den Unterrichtsaufall protestieren, es wenig Sinn macht, ihre Demonstration während der Schulzeit durchzuführen. In diesem Zusammenhang betonte sie, dass sie sich bei einer Demo am Nachmittag zeigen und mit einigen Schülern eine Diskussion führen würde.

Doch äußerte sich die 53-jährige Kultusministerin auch zu der Frage, was sie in ihrer Freizeit denn gern mache. Sie antwortete mit einem Lachen, dass sie sehr wenig Freizeit habe. Aber wenn dies doch der Fall sei, dann könne sie gut bei sonst eher lästigen Tätigkeiten, wie Unkraut jäten, entspannen. Ansonsten geht sie aber gern ins Theater, auch joggt und tanzt sie mit Vergnügen. "Singen macht mir ebenfalls Spaß - auch wenn ich es überhaupt nicht kann", erzählt Frau Heister-Neumann lachend weiter.

Zum Schluss antwortete sie auf die sehr persönliche Frage, ob sie gläubig sei, mit einem kurzen und knappen Ja.

"Mir hat die Diskussion mit der Kultusministerin, die ich sehr sympathisch und nett fand, sehr gefallen. Sie beantwortete uns alle Fragen und war sehr zuvorkommend und höflich", stellt Teresa Vehrs, Klasse 10a, abschließend fest.

Text: Lena Pachali, Dominik Lipper, Rosanna Ihedioha, Max Kammerer, Kl. 10b, Schulj. 2008/09



© 2002-2009 Masch-News.de | WPK Deutsch Klasse 10