Am 18.02.2010 sahen wir im Staatstheater Braunschweig Brechts Dreigroschenoper
in der Neuinszenierung von Regisseur Robin Telfer. Das Drama begann pünktlich um 19:30 Uhr.
Alle Zuschauer saßen gespannt auf ihren Sitzplätzen. Der große, weiße Vorhang öffnete
sich langsam. Auf dem Boden liegen alle Akteure bewegungslos, bis schließlich angefangen wird zu singen.
Es ist ein tolles Opening. Inmitten der Schauspieler ist ein Engel in Schwarz zu sehen, der
immer mal wieder auftritt; aber welche Funktion er ausüben soll, bleibt offen.
Die Kulisse wird auf lustige Art und Weise dem Stück angepasst. Die Szene im Pferdestall
wird in derselben Kulisse gespielt wie die Szene in Peachums Geschäft. Jedoch erkennt
man an dem Jahrmarktskarussell sehr gut, an welchem Ort man sich befindet.
Die beste Stimme hat für mich die Darstellerin der Polly Peachum. Sie hat alle Lieder
gut gesungen und mich auch berührt. Ungewöhnlich finde ich dennoch, dass sie eine Perücke
trägt, die ihr während des Stückes immer wieder vom Kopf fällt.
Das gesamte Stück wird in unsere Zeit übertragen. Beispielsweise gibt es Waschmaschine,
Kühlschrank und Laptop, aber auch die Kleidung entspricht der heutigen Zeit. Schade ist,
dass Mackie Messers markante Merkmale - etwa seine Glaceehandschuhe - nicht oder äußerst
selten in Erscheinung treten.
Auch die Thematik der Dreigroschenoper lässt sich wunderbar übertragen. In unserer
Gesellschaft zählt immer noch derselbe Grundsatz: "Wer hat, will mehr. Wer nichts hat,
bleibt auf der Strecke."
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