|
« eine Seite zurück
"Koma-Saufen" von Jugendlichen
 |
Der Gymnasiast Lukas W., 16 Jahre, lieferte sich im Februar 2007 ein Wetttrinken mit dem Wirt Aytac G.
in dessen Bar "Eye T" in Berlin.
"Die gerichtsmedizinische Untersuchung ergab später, dass der Gymnasiast in dieser Nacht zwischen 46 und
54 Gläser Tequila in sich hineingeschüttet haben muss." Erst als er mit 4,8 Promille im Blut bewusstlos
zusammenbrach, war der ungleiche Wettstreit beendet. Lukas fiel ins Koma und kam nicht wieder zu sich. Vier Wochen
später starb er im Krankenhaus. (Spiegel online, 24.01.2008)
Nun muss sich der Wirt Aytac G. vor Gericht wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten, weil er
einem Minderjährigen branntweinhaltige Getränke ausschenkte, die zu dessen Tod führten. Er selbst gab wohl
nur vor, sich an dem Wetttrinken zu beteiligen. Selbst trank er zum großen Teil Wasser aus Tequila-Gläsern.
Damit täuschte er den Jugendlichen, der möglicherweise glaubte, man könne diese Mengen von Alkohol unbeschadet
zu sich nehmen.
Bild: Lukas W., aus: Der Spiegel 12/2008, S.54
|
Vier Jugendliche, die das Austragen des Wettstreits unterstützten, standen bereits vor dem Jugendrichter wegen
Beihilfe zu schwerer Körperverletzung. Das Urteil für zwei der Jugendlichen: Teilnahme an einem
zehnmonatigen sozialen Trainingskurs. (siehe Die Zeit, 12.02.2008)
Immer häufiger betrinken sich viele Jugendliche, bis sie bewusstlos zusammenbrechen. Das Schicksal des
Jugendlichen aus Berlin ist leider kein Einzelfall.
Bild: Wirt Aytac G., aus: www.morgenpost.de
|
 |
Ein Hauptproblem ist, dass Jugendliche schon viel
zu früh beginnen, Alkohol zu konsumieren. Obwohl sie noch nicht einmal 16 Jahre alt sind, trinken manche schon
hochprozentigen Alkohol. Die Verkäufer sollten vermehrt darauf achten, dass sie Alkohol nicht an Minderjährige
verkaufen. Das heißt, dass sie mehr Ausweiskontrollen durchführen sollten. Einige Betreiber von Gaststätten haben
auf die Problematik reagiert. So ist in einigen Lokalen selbst Bier erst ab 18 Jahren erhältlich. |
Durch Alkoholeinfluss werden manche Jugendlichen auch sehr aggressiv und suchen Streit. Sie fühlen sich stärker.
In der Diskothek Jolly Joker rief einer: "Kommt doch alle her, ihr habt keine Chance, ich bin der King." Dieser
Junge wurde dann von den Türstehern nach draußen gebracht und kam an diesem Tag auch nicht wieder hinein.
Die meisten Jugendlichen trinken Alkohol, weil er ihnen schmeckt und er sie enthemmt. Sie denken, dass es "cool"
ist, Alkohol in Massen zu trinken. Durch den Alkohol trauen sie sich viel mehr. Besonders den Kindern, die Alkohol
trinken, ist es gar nicht bewusst, welche gesundheitlichen Folgen der Konsum haben kann.
Die Frage, wie viel Alkohol man trinken kann, ohne dabei Schaden zu nehmen, lässt sich immer nur individuell
beantworten. Hier müssen verschiedene Punkte beachtet werden, z. B. Geschlecht und Körpergewicht. Frauen vertragen
weniger Alkohol als Männer. Ebenso spielt es eine Rolle, ob man häufig Alkohol trinkt oder nicht. Neben der
Gewöhnung sind auch die körperliche und seelische Verfassung des Konsumenten von Bedeutung oder die Art und Weise,
wie man trinkt. Zwei hastig auf leeren Magen hinuntergekippte Gläser Bier haben andere Folgen als zwei Gläser Bier,
die man gemütlich zum Essen trinkt. Die Alkoholwirkung kann durch Medikamente erheblich verstärkt werden.
Text: Dennis Eichholz, Deniz Turan, 10a, Schulj.2007/08, Eva-Maria Ahlers-Görlach
|