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"Kabale und Liebe"

Am Freitag, dem 25.11.2011, besuchten die SchülerInnen der Realschule Maschstraße das Drama "Kabale und Liebe", das von den Besuchern des Staatstheaters Braunschweig sehr unterschiedlich beurteilt wird.

Als erstes begutachtet man das Bühnenbild, das sofort ins Auge fällt. Das mit Sand gefüllte Oval bildet die Kulisse, Fackeln und Blumen komplettieren es. Zusätzlich ist schräg eine Holzplatte montiert, die von dem Präsidenten und seinem Gefolge bespielt wird. Die Adeligen, die höher angesehen sind in der Gesellschaft, haben ihren eigenen Bereich. Das Oval gleicht einer Welt, die geöffnet wurde und aus der es kein Entrinnen gibt, es sei denn, die Menschen reden miteinander, um ihre Probleme zu lösen. Es gibt viel Platz zum Interpretieren und Assoziieren. Über den Schauspielern hängt ein ovaler Ring, der in das Oval hineinpasst, in dem die Darsteller agieren. Je nach Szene wird die Bühne etwas verändert, beispielsweise sind manchmal die Fackeln weg oder kleine Blümchen werden durch größere ersetzt, um den Unterschied zwischen Arm und Reich zu verdeutlichen.

Das Stück, das in der Zeit von Friedrich Schiller spielt, wurde von der Regisseurin Daniela Löffner modernisiert und in unsere heutige Zeit übertragen; aber nach wie vor geht es auch um Standesunterschiede in der Gesellschaft. Im 18. Jahrhundert unterschied man u.a. zwischen Adel und Bürgertum. Bettler z.B. standen außerhalb der Gesellschaft. Heute verläuft ein tiefer Graben zwischen Arm und Reich.

Da sich Luise, eine Bürgerliche, in Ferdinand, einen Adeligen, verliebt, und diese Liebe auf Gegenseitigkeit beruht, gibt es immer wieder Streit zwischen den Eltern. Es geht so weit, dass Ferdinands Vater und dessen Sekretär eine Intrige planen, um das Liebespaar zu trennen. In Schillers Drama wird die Intrige durch einen handgeschriebenen Brief vollzogen, der Ferdinand eifersüchtig machen soll, damit er das bürgerliche Mädchen verlässt. Heutzutage, wo die Medien und das Internet die Welt regieren, würde ein Brief nicht mehr ausreichen, um eine derartige Katastrophe entstehen zu lassen. So wird anstelle des Briefes eine Vergewaltigungsszene in das Stück eingebaut. Die Szene führte zu deutlichen Meinungsverschiedenheiten in unserer Klasse. Ich finde, dass diese Szene sinnvoll ist, um Ferdinands Eifersucht zu erregen.

Die Schauspieler, die allesamt zeitgemäße und stilvolle Kleidung trugen, wie Anzug oder moderne Jeans, spielten ihre Rollen sehr authentisch und mit viel Leidenschaft und Einsatz. Sven Hönig spielte sogar zwei Rollen, nämlich den Hofmarschall von Kalb und einen Bodyguard.

Ich fand das Stück in modernisierter Art besser als das Buch. Absolut empfehlenswert.

Text: Luca Podlech, Kl. 10b, Schulj. 2011/12
Fotos: Website des Staatstheaters Braunschweig



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