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Schwanger mit 14 - was nun?

Was tut man, wenn man mit 14 Jahren erfährt, dass man schwanger ist?

Die Eltern denken oft, dass sie irgendetwas falsch gemacht haben. Doch dieser Gedanke ist nicht richtig. Bekannte, Verwandte und auch die eigenen Eltern wollen oft, um die Zukunft nicht zu gefährden, die Abtreibung. Für die Schwangere selbst kommt das meistens nicht in Frage.

So war es auch bei Stefanie W., einer Schülerin einer 10. Klasse unserer Schule. Sie hat mit 14 Jahren erfahren, dass sie schwanger ist. Als sie immer mehr Hunger verspürte und

ihr Bauch wuchs, schlug ihr ihre Mutter vor, sie solle zum Frauenarzt gehen, sie würde sie auch begleiten. Stefanie nahm die Hilfe nicht an, weil sie der festen Überzeugung war, dass sie nicht schwanger ist, obwohl ein Schwangerschaftstest positiv ausfiel. Erst als eine Bekannte Steffi anguckte und fragte, in welchem Monat sie sei, ging sie zusammen mit ihrer Mutter zum Frauenarzt. Dort erklärte die Ärztin, dass Stefanie sich bereits in der 16. Schwangerschaftswoche befinde!

Stefanies Mama blieb super cool. Sie setzten sich mehrmals zusammen und überlegten, wie sie sich verhalten sollten. Sie hatten ja auch noch die Möglichkeit, für ca. 600 € in Holland eine Abtreibung vornehmen zu lassen, was hier in Deutschland nicht mehr möglich gewesen wäre.

Stefanie und ihre Mutter entschieden sich für das Kind. Stefanie hat eine großartige Familie, die sie von Anfang an überstützt hat und ihr Rückhalt gab. Aber nicht nur die Familie, sondern auch Lehrer halfen ihr, sofern sie es wussten. Stefanie meint verlegen: "Meine Lehrer wussten es ja eigentlich nicht, aber z.B. Frau Aulich und Frau Hirsch haben es geahnt." Ihr Klassenlehrer Herr Wollenberg ist selber zweifacher Vater und hat Stefanie unter anderem Kleidung für das Baby gegeben. "Zuerst war er zwar geschockt, aber er hat mich unterstützt und mir geholfen."

Stefanie war sich bewusst, dass sie eine längere Zeit wegen der Entbindung nicht in der Schule sein würde. Aus diesem Grund bemühte sie sich, sehr gute Noten zu erzielen, was ihr auch gelang. Insgesamt hat Stefanie mehr als sechs Wochen nicht am Unterricht teilgenommen, aber sie hat es trotzdem geschafft, ein besseres Zeugnis zu haben als vorher.

Stefanies kleiner Sohn wurde zum Herzstück der Familie. "Es ist schön zu wissen, dass jemand zu Hause ist, der auf mich wartet", sagt Stefanie mit strahlenden Augen. Aber auch Stefanie wurde sehnsüchtig erwartet, und zwar von ihrer Klasse. "Als ich nach sechs Wochen wieder zur Schule kam und die Treppe zum Bioraum hochging, riefen alle meinen Namen und haben mich umarmt und sich nach mir und meinem kleinen Sohn erkundigt!"

Rückblickend sagt sie: "Meine Klasse hat mich so gut aufgenommen, als wäre ich gar nicht weg gewesen." Zu Stefanies Rückkehr hat sich unser ehemaliger Direktor Herr Wolf große Mühe gegeben. Er hat zusammen mit Frau Redepenning einen Winnie-Pooh-Strampler für den Kleinen gekauft.
Die Klasse schenkte ihr bzw. dem Kleinen einen 20-Euro-Gutschein von H&M, Windeln, eine süße Karte und ein noch süßeres Kuscheltier.

Alles in allem sagt sie: "Ich bin jetzt selber Mama und nicht mehr die kleine Tochter!"
"Wenn du mal keinen Bock auf Schule hast, dann denkst du, du machst es für dein Baby!" Dies ist die Einstellung der jungen Mutter.
Zum Abschluss sagt sie: "Ich bin stolz darauf, dass ich alles geschafft habe. Und ich bin glücklich mit meiner eigenen kleinen Familie."

Dies ist aber nur durch die gute Unterstützung ihrer Familie möglich, besonders durch die ihrer Mutter, welche die Vormundschaft des kleinen Leon übernommen hat, und durch ihren Freund, der immer zu ihr gestanden hat.

Text: Vicky Subbert, 10e, Divya Sarma, 10c, Schulj. 2006/07


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