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STRAIGHT EDGE

Flatratepartys, Komasaufen, Absturzpartys, Vorglühen? Wohl vielen Jugendlichen sind diese Begriffe bekannt. Inzwischen hat sich der extreme Alkoholkonsum in Deutschland zu einem regelrechten Trend unter Jugendlichen entwickelt. Schon am Montagmorgen wird in der Schule heiß diskutiert, wann Hochprozentiges wo eingekauft wird und bei wem "vorgeglüht" - gemeinsamer Alkoholkonsum vor einer Party, Veranstaltung etc. - wird. Wer nicht mitmacht, gilt oft als uncool. Wer nach einem Bier beschwipst ist, wird ausgelacht. Und wer vom Shisharauchen Kopfschmerzen kriegt, wird nur noch als "Weichei" bezeichnet.

Doch hat sich über all dem Rauchsmog in deutschen Jugendzimmern eine kleine, noch wenig bekannte Bewegung gebildet. Straight Edge nennt sie sich und hat ihre Ursprünge in der amerikanischen Punk- bzw. Hardcoreszene der frühen 1980er Jahre.

Quelle: de.wikipedia.org

Was heißt Straight Edge überhaupt?

Straight Edge, abgekürzt mit SxE, sXe, SE, bedeutet so viel wie gradlinig, sauber. Anhänger dieses Lebensstils verzichten in erster Linie auf Drogen jeder Art, das beinhaltet auch Tabak und Alkohol. Dazu kommt auch noch die Ablehnung von One-Night-Stands bzw. Sex mit ständig wechselnden Partnern. Manche verzichten auch auf Koffein und/oder ernähren sich vegetarisch oder vegan.

Entstehungsgeschichte

In den 1980er Jahren war Minderjährigen in den USA der Besuch von Konzerten von Hardcore-Punkbands in Clubs aufgrund des dortigen Alkoholausschanks untersagt. Um ihnen den Zutritt zu ermöglichen, dachten sich die Türsteher aus, jedem Minderjährigen ein "X" auf den Handrücken zu malen, das dem Wirt zeigen sollte, er dürfe diesen unter 21-Jährigen keinen Alkohol verkaufen. Betroffen waren davon auch die Bandmitglieder von "The Ten Idles", die diese Methode auch in ihrer Heimatstadt Washington verbreiteten.

So wurde das "X" zunächst Identifikationssymbol junger Punks. Den Frust, den die Jugendlichen auf ihre oft arroganten älteren Gleichgesinnten hatten, brachten "The Ten Idles" in ihren Texten zum Ausdruck. Die Lebensweise der älteren Punks, nämlich exzessiver Alkohol- und Drogenkonsum, wurde verachtet. Dieses Bewusstsein entwickelte sich schnell und hatte großen Einfluss auf die junge Hardcoreszene. Immer mehr Punks malten sich ein "X" auf die Hand und machten so auf ihr drogenfreies Leben aufmerksam.

Quelle: upload.wikimedia.org/wikipedia/en/f/f9/Teen_
Idles_Minor_Disturbance_Album_Cover.jpg

In einem Songtext der Band "Minor Threat" heißt es:
"Don't smoke, don't drink, don't fuck! At least I can fucking think!"

Ebenso populär wurde SE auch in New York durch die Bands Unity, Project X oder Bold, die dem Straight-Edge-Lebensstil feste Regeln zuordneten, welche auch den Verzicht auf tierische Produkte beinhalteten. Der Vorsatz "no Sex" wurde als "kein Sex vor der Ehe" umgedeutet.

Heutige Mentalität

Heute gibt es viele Differenzierungen, wie zum Beispiel die Ablehnung von Abtreibung oder Schwulenfeindlichkeit. Gleichgeblieben ist aber immer die konsequente Ablehnung aller Drogen. Leider ist die deutsche Jugend von einer solchen Mentalität weit entfernt. Aber solange 13-Jährige Wodka an Tankstellen bekommen und 15-Jährige Marihuana verkaufen, wird sich daran so schnell auch nichts ändern. Aber es ist dennoch gut zu wissen, dass längst nicht alle Minderjährigen eine solche verfehlte Art zu denken haben. Und vielleicht wird es gerade für die "Kampftrinker" irgendwann ein Erlebnis sein, sich an die ganze Party zu erinnern und nicht nur an Bruchstücke. Bis dahin denke ich nur "armes Deutschland!" - xxx-

Text: Rosanna Ihedioha, 10b, 2008/09


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