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Vom Volksfreund zum Volksfeind

Am 16.12.2010 besuchten wir, die Klasse 10b, das Theaterstück "Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen, das 1883 uraufgeführt wurde.

Dem Besucher fällt sofort das Bühnenbild auf, das einem Schwimmbad gleicht. Im Becken stehen vereinzelt Möbelstücke, die die Wohnungseinrichtung der Stockmanns bilden. Die Musik beginnt. Frau Stockmann und Herr Billing, ein Redakteur des "Volksboten", essen zu Abend und unterhalten sich mit einem überglücklichen Gesichtsausdruck. Das sieht sehr komisch aus, da sie Grimassen schneiden und oft ein langes "Ahhhhh" oder "Mmmm" von sich geben.

Zu diesem Zeitpunkt wirkt das Stück eher wie eine Comedy-Aufführung. Die Schauspieler agieren sehr übertrieben. Doch im Laufe der Handlung werden die Darsteller immer ernster. Denn der Kurarzt Thomas Stockmann sieht die Gesundheit der Menschen seines Heimatortes durch bakteriell verseuchtes Wasser gefährdet und will diese Gefahr gegen den Willen des Bürgermeisters, der die Kosten für die Sanierungsarbeiten scheut, publik machen.

Thomas Stockmann versucht, in einer Volksversammlung die Bürger für seine Sache zu gewinnen. Dies misslingt jedoch völlig; er beschimpft die Menge als dumm. Er hält die Mehrheit für unfähig, die richtige Entscheidung zu treffen.

Diese "Publikumsbeschimpfung" findet außerhalb des Theaters statt. Viele Statisten mischen sich unter die Zuschauer. Dadurch wirkt die Volksversammlung sehr authentisch. Thomas Stockmann spricht vom Balkon des Staatstheaters zu den Bürgern. Leider spielte das Wetter nicht mit. Am 16.12. schneite es sehr stark und wir konnten uns bei -5°C nicht recht auf die Rede von Dr. Stockmann konzentrieren.

Thomas Stockmann wird zum "Volksfeind" erklärt. Das hat für ihn und seine Familie dramatische Konsequenzen. Im letzten Akt, der wieder im Theater stattfindet, überreicht ihm der Bürgermeister sein Kündigungsschreiben als Kurarzt, seine Tochter verliert ihre Stelle als Lehrerin und der Vermieter kündigt ihnen die Wohnung.

Im letzten Akt wirkt die Bühne wie ein Schlachtfeld. Unmengen von Zeitungen liegen am Boden, die Möbel sind umgekippt und alles sieht verwüstet aus. Der Bürgerchor kommt auf die Bühne und singt. Die Darsteller fangen an zu tanzen. Plötzlich bleiben sie stehen und bewegen sich nicht mehr. Der einzige, der umherläuft, ist Thomas Stockmann, der sich verzweifelt umsieht. Frau Stockmann wirkt teilnahmslos und abwesend. Die Tochter sitzt nachdenklich in einer Ecke der Bühne.

Das Stück ist sehr anspruchsvoll und sehr gut gespielt. Es stellten sich uns jedoch etliche Fragen, die wir mit Hilfe der Theaterpädagogin beantworten wollten.

Kathi Pages, Vanessa Maschke, Carolin Krüger, Silvio Sakowski, Kl.10b, Schulj. 2010/11
Fotos: Website des Staatstheaters Braunschweig



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